In deinem Inneren ist eine Quelle, die nie versiegt, wenn du nur zu graben verstehst.

(Mark Aurel)

Partnerschaft

Bindungsverhalten und Sexualerleben

Eine Forschungsgruppe der spanischen University of the Basque Country untersuchte, wie drei entscheidende Aspekte einer menschlichen Beziehung miteinander zusammenhängen – sexuelles, emotionales und fürsorgendes Verhalten. Sie wollten empirische Beweise dafür finden, dass die Harmonie zwischen diesen drei Systemen zur Qualität einer partnerschaftlichen Beziehung beitragen.

Die Forschungsgruppe untersuchte, wie stark die Konflikte sind, die Menschen mit ihren erotischen Wünschen haben und wie zufrieden sie mit ihrem Sexualleben sind sowie andere Faktoren, die mit dem Sexualverhalten und der Fürsorge für den Partner zusammenhängen, bei 211 baskischen Paaren mit langjährigen Beziehungen.

Die Teilnehmer wurden nach ihrem emotionalen Typ (sicher oder unsicher) in zwei große Gruppen eingeteilt. Die unsicheren Menschen wurden dann noch einmal in ängstliche und ambivalente Typen unterteilt.

Die Studie zeigte, dass Menschen, die sich in der Beziehung zu ihrem Partner sicher fühlen, mit ihrem Sexualleben zufriedener sind und ihre Zuneigung sensibler ausdrücken können als Menschen, die tendenziell unsicheres oder vermeidendes Beziehungsverhalten zeigen. Unsicher gebundene Menschen sorgen für ihre Partner z.T. zwanghaft, während Menschen, die zu Vermeidung neigen, eher ausweichend reagieren. Ihre Philosophie ist es, besser nichts zu haben, als zu haben und dann zu verlieren. Diese unsicheren oder vermeidenden Menschen haben ein weniger harmonisches Liebesleben und sind in ihrer Beziehung allgemein weniger glücklich.

Die Kombination der verschiedenen Arten von Zuneigung in einer Partnerschaft kann erklären, wie stark die Konflikte des Paares sind. 'Each partner must have the ability to support the other when they are feeling down and need emotional support. Similarly, they must be able to place themselves in what we call a 'position of dependency', in other words they must be able to recognise their own need for support and to express this in times of anxiety' (a.a.O.) *

Ein psychisch gesunder Mensch kann flexibel von einer Position in die andere wechseln, aber unsichere Menschen (ängstlich-ambivalenter oder vermeidender Typ) können das nicht. Die explosivste Kombination innerhalb einer Beziehung tritt auf, wenn einer der Partner ängstlich ist und der andere vermeidend. Bei dieser Kombination wird ein Paar am ehesten Hilfe brauchen oder auseinander gehen.

Quelle: http://www.alphagalileo.org/ViewItem.aspx?ItemId=104594&CultureCode=en

Depressionen und Ängste am häufigsten

Der folgende Artikel ist eine Zusammenfassung der Veröffentlichung:
www.psychologie-heute.de/news/gesundheit-psyche/detailansicht/news/gluecklich_ohne_ehe/

Macht die Ehe Frauen glücklich? Dieser Frage ging eine Studie des Instituts für Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Universität zu Köln nach. Die Psychologen Olga Stavrova, Detlef Fetchenhauer und Thomas Schlösser werteten die Daten einer Befragung von insgesamt 22.000 verheirateten und in wilder Ehe lebenden Frauen und Männern in 28 Ländern aus. Auf einer 7-Punkte-Skala von 0 (glücklich) bis 7 (absolut unglücklich) wurde das subjektive Glücksempfinden der Probanden gemessen. Dieses setzten die Forscher in Beziehung zu den Werten der Gesellschaft, in der die Frauen lebten. Die Länder mit den ausgeprägtesten traditionellen Rollenerwartungen an die Frau waren Bulgarien, Mexiko, die Slowakei, Brasilien und die USA. Die skandinavischen Länder waren die liberalsten, während Deutschland im Mittelfeld lag. Die Studie zeigte, dass z.B. im konservativen Bulgarien, die verheirateten Frauen um 0,8 Punkte glücklicher waren als diejenigen, die unverheiratet in einer Partnerschaft lebten. Für die deutschen Frauen gab es keinen großen Unterschied, ob sie in der Ehe oder in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben und in den skandinavischen Ländern bringt die offizielle Ehe überhaupt nicht mehr Glück als das inoffizielle Zusammenleben. Die Studie widerlegt damit bisherige Annahmen über das Thema Glück in der Ehe und eheloser Gemeinschaft. „Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass verheiratete Menschen glücklicher seien als diejenigen, die in wilder Ehe zusammenleben. Unterschiedliche Erklärungen wurden angeboten: Die Ehe bedeute größere Bindung oder Hingabe und Zuverlässigkeit, die Verheirateten seien religiöser und deswegen glücklicher. `Unsere Ergebnisse konnten zeigen, dass es – zumindest im Fall der Frauen – nicht an der Ehe selbst liegt, sondern an den dominierenden gesellschaftlichen Vorstellungen über die sozialen Rollen von Männern und Frauen´, so Stavrova“ (a.a.O.).

Dass die gesellschaftlichen Vorstellungen das persönliche Glücksempfinden beeinflussen, zeigen auch andere Untersuchungen. „So haben Studien zum Beispiel auch ergeben, dass Arbeitslose vor allem in solchen Ländern unglücklich sind, in denen die gesellschaftliche Moral besagt, dass jeder von der eigenen Arbeit leben muss. Oder dass religiöse Menschen vor allem in solchen Ländern glücklich sind, in denen viele ihren Glauben teilen“(a.a.O.)

Ge-wichtige Erkenntnisse

Wer einige Pfunde abgenommen hat, kann sich darüber freuen. Er sollte jedoch auch bedenken, dass das Abnehmen Folgen für die Partnerschaft haben kann. Forscher der North Caroline State University und der University of Texas haben herausgefunden, dass bei Paaren, bei denen einer deutlich abgenommen hat, Auswirkungen auf die Partnerschaft festzustellen waren. Für die meisten Paare überwogen die positiven Folgen. Sie kamen sich emotional und physisch wieder näher. Manchmal aber versuchte der/die schlanker Gewordene auch, seinen/ihren Partner auch gegen seinen Willen zum Abspecken zu missionieren. In anderen Fällen fühlten Partner sich von den Diät-Erfolgen der Abnehmenden bedroht und versuchten, deren Diät mit deftigen kulinarischen Versuchungen zu sabotieren. Die Leiter der Studien empfehlen, sich vorher über die Folgen der Diät für die Partnerschaft Gedanken zu machen und Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. (vgl. Psychologie heute. 41 Jahrgang. Heft 2. .54)




* „Beide Partner müssen die Fähigkeit haben, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn sie sich niedergeschlagen fühlen und emotionalen Zuspruch brauchen. Ebenso müssen sie sich in eine, wie wir es nennen, ‚Position der Abhängigkeit’ begeben können. Mit anderen Worten, sie müssen ihre eigene Hilfsbedürftigkeit anerkennen und in Zeiten der Angst zum Ausdruck bringen können” (Übersetzung durch d.V.).